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Spezialangebot DBT-A für emotional instabile Jugendliche

Dialektisch-behaviorale Therapie für emotional instabile Jugendliche

Zertifizierungslogo des Dachverbands DBT
Der Dachverband DBT hat die Behandlungseinheit KJP 2 und 5 zertifiziert

Immer wieder beraten wir und ihre Familienangehörigen mit sogenannten emotional instabilen Symptomen.

Hierzu gehört beispielsweise eine unbeständige und schwankende Stimmung. Die Jugendlichen fühlen sich teils traurig, hoffnungslos, haben wenig Antrieb und ziehen sich zurück. Andererseits verhalten sie sich oft auch impulsiv, gereizt oder haben sogar besonders gute Stimmung. Für ihr soziales Umfeld sind diese Stimmungsumschwünge kaum nachvollziehbar. Auch die Jugendlichen können manchmal keine Auslöser benennen. Es kann vorkommen, dass Jugendliche sich selbst verletzen, um mit unangenehmen Gefühlen umgehen zu können oder Stress zu regulieren. Auch wenn es für Angehörige oft schwer nachzuvollziehen ist, stellt diese Form der Regulation einen Ausweg für unsere Patient*innen dar.

Es kann auch vorkommen, dass die Jugendlichen Selbstmordgedanken haben. Sollte hier eine akute Gefährdung vorliegen, ist es sehr wichtig sofort die zuständige Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzusuchen.

In zwischenmenschlichen Bereichen fällt es den Jugendlichen schwer Konflikte zu lösen, Freundschaften länger aufrechtzuerhalten und auch mal nein zu sagen. Sie stellen die eigenen Bedürfnisse häufig zurück. Typisches sind ein schlechter Selbstwert und eine hohe Selbstunsicherheit.

Die DBT-A ist eine Therapieform, die Jugendlichen dabei unterstützt,

  • sich selbst und andere achtsam wahrzunehmen,
  • einen funktionalen Umgang mit Gefühlen zu finden,
  • zwischenmenschliche Fertigkeiten einzuüben,
  • ihren Selbstwert zu stabilisieren,
  • einen guten Umgang mit Stress zu erlernen,
  • das Zusammenleben in der Familie zu verbessern.

Hierzu lernen die Jugendlichen sogenannte Skills (englisch für Fertigkeiten). Es gibt

  • Achtsamkeitsskills,
  • Skills zum Umgang mit Gefühlen,
  • Zwischenmenschliche Skills,
  • Selbstwertskills,
  • Stresstoleranzskills,
  • Familyskills.

Eine Psycholog*in oder Ärzt*in vermittelt diese Skills sowohl in einer Einzeltherapie als auch in einem Skillstraining, das ein*e Mitarbeiter*in des Pflege- und Erziehungsdienstes durchführt. Unsere Ergotherapeutin leitet zweimal in der Woche die Skillsgruppe.

Ein fester Bestandteil des Konzeptes ist eine systemisch basierte Familientherapie, welche DBT-A integriert. Vor allem die Familyskills finden hier Anwendung. Für Eltern bieten wir eine DBT-A Elterngruppe an, um einen tieferen Einblick in das Therapiekonzept ihrer Kinder zu bekommen.

Zentral in der DBT-A ist eine dialektische Grundhaltung des Behandlungsteams und der Patient*innen sowie ihrer Familien. Es geht in der Therapie nicht um „richtig oder falsch“. Die Sichtweise des einen ist nicht „richtiger“ als die Sichtweise eines anderen. Es geht darum, verschiedenen Sichtweisen zu integrieren, um so Therapieziele erreichen zu können.

Eine wichtige Voraussetzung für die DBT-A ist, dass die Jugendlichen selbst eine Veränderung wollen. Deshalb prüfen wir in unserer Sprechstunde die Motivation der Patient*innen. Um eine erfolgreiche Behandlung durchzuführen, vereinbaren wir in der Ambulanz gemeinsame Therapieziele.

Bei der DBT-A gibt es „wirksames Verhalten“. Hiermit meinen wir das Verhalten von Jugendlichen, ihren Familien, der Schule und des Behandlungsteams, das dabei hilft, die Therapieziele zu erreichen. Im Gegensatz dazu gefährdet das sogenannte „therapiestörende Verhalten“ den Therapiefortschritt. Uns ist wichtig, therapiestörendes verhalten stets sofort zu besprechen, um einem Therapieabbruch zu verhindern.

Zu guter Letzt: Unsere Behandlungseinheit, die Stationen KJP2 und KJP5, ist seit 2017 vom DBT-A Dachverband zertifiziert. Sie können sich die Stationen gerne während der ambulanten Termine besichtigen.

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