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Stationäre Behandlung von Stress- und somatopsychische Erkrankungen

Ein weiterer Schwerpunkt der Station PM2 der LVR-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Essen liegt in der Behandlung von Menschen mit Stress- und somatopsychischen Erkrankungen.

Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Stress und psychischen Erkrankungen sowie zumeist chronisch körperlichen Erkrankungen, wie Tumorerkrankungen, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankung, Rheumatische Erkrankung, Schlaganfall und Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz, bei denen in der Folge somatopsychische Belastungsreaktionen auftreten können. Hierzu zählen Anpassungsstörungen, Depressionen oder Angststörungen, aber auch Posttraumatische Belastungsstörungen.

Durch den Verlust der körperlichen Unversehrtheit, den Ausfall der Arbeitsfähigkeit sowie den Veränderungen im sozialen Umfeld ist der somatisch schwer erkrankten Mensch einer Vielzahl an Herausforderungen ausgesetzt. Dies konfrontiert die Betroffenen häufig mit existenziellen Fragestellungen. Als Folge der Behandlung der Erkrankung und die damit verbundenen Krankenhausaufenthalte und Medikamente, die oftmals auch Nebenwirkungen zur Folge haben, erlebt sich der Patient in einem veränderten Milieu fernab und isoliert vom privaten und beruflichen Alltag, was die Krankheitsbewältigung und Krankheitsverarbeitung häufig deutlich erschwert.

Die Psychokardiologie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und dem seelischen Befinden betroffener Patienten. Es hat sich gezeigt, dass Herzerkrankungen psychische Symptome wie z.B. depressive Verstimmungen und Angststörungen auslösen können. Andererseits können z.B. chronischer Stress oder Depressionen die Entstehung von Herzerkrankungen begünstigen. Zur Reduzierung der Krankheitssymptome, Verbesserung der Bewältigungsstrategien und Erhöhung der Lebensqualität sollten psychische Begleitreaktionen bei Patienten mit Herzerkrankungen erkannt und konsequent mitbehandelt werden. Gleiches gilt für Patientinnen und Patienten, die an anderen somatischen Erkrankungen, wie Tumorerkrankungen, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankung, Rheumatische Erkrankung oder Schlaganfall leiden. Zu den weiteren Spezialdisziplinen der Psychosomatik, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Psyche und körperlicher Erkrankung beschäftigen zählen neben der Psychokardiologie, die Psychoonkologie sowie die Psychodiabetologie.

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Zielgruppen

  • Patienten und Patientinnen nach Herzinfarkt oder kardio-chirurgischen Eingriffen mit Depression oder Angststörungen
  • Patienten und Patientinnen mit Koronarrevaskularisation und atypischer Beschwerdesymptomatik
  • Patienten und Patientinnen, die auf eine Herztransplantation warten
  • Patienten und Patientinnen mit Defibrillatoren
  • Patienten und Patientinnen mit Herzinsuffizienz
  • Patienten und Patientinnen mit Herzrhythmusstörungen
  • Patienten und Patientinnen mit Herzängsten
  • Patienten und Patientinnen mit schwer einstellbarem Hypertonus
  • Patienten und Patientinnen mit Diabetes mellitus Typ I und Typ II
  • Patienten und Patientinnenmit Tumorerkrankungen
  • Patienten und Patientinnen mit anderen chronischen Erkrankungen


Ziel der psychosomatischen psychotherapeutischen Behandlung ist es insbesondere die Patientinnen und Patienten in ihrer Krankheitsverarbeitung zu unterstützen und eine Reaktivierung von mentalen Ressourcen zu erreichen.

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Unser Behandlungskonzept

Als Teil der Kliniken und Institute der Universitätsklinik Duisburg-Essen haben wir uns zum Ziel gesetzt, neue Therapiekonzepte zu entwickeln und diese in unsere Behandlung zu integrieren. Regelmäßig fließen daher neue und evidenzbasierte Forschungsergebnisse in unsere therapeutische Praxis mit ein. Hierbei orientieren wir uns jedoch auch immer an den aktuellen Behandlungsleitlinien. Des Weiteren besitzt die Oberärztin der Station PM2 die Facharztqualifikation für Innere Medizin und Kardiologie und es findet eine enge Kooperation mit zahlreichen Fachabteilungen des Universitätsklinikums Essen statt, so dass eine begleitende somatische Behandlung bei ausreichender Stabilität ebenfalls möglich ist. Wir berücksichtigen gleichzeitig die Wünsche, Bedürfnisse und persönliche Situation unserer jeweiligen Patientinnen und Patienten, denn der Mensch und seine individuelle Geschichte stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir beziehen Sie in unsere therapeutischen Entscheidungen sowie in die Entwicklung eines individuellen Behandlungsplanes mit ein. Im Rahmen des multimodalen Behandlungssettings werden folgende Therapiebausteine angewendet:

  • ärztlich-psychologisch geleitete Einzelpsychotherapie (3 x 25 Minuten pro Woche)
  • ärztlich-psychologisch geleitete Gruppenpsychotherapie (2 x 50 Minuten pro Woche)
  • Psychoedukation
  • Ernährungsberatung
  • Kunst- und Gestaltungstherapie
  • Körpertherapie
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • eine medizinische stationsärztliche Versorgung und Visite
  • ständige ärztliche und pflegerische Präsenz
  • regelmäßigen ober- und chefärztliche Visiten
  • eine regelmäßige bedarfsorientierte sozialarbeiterische Beratung
  • Entspannungsverfahren
  • Achtsamkeitsübungen
  • Imagination

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Besondere Angebote:

Tagesklinik:

Unsere Station PM2 verfügt über stationäre und tagesklinische Behandlungsplätze. Die Indikation zur stationären oder ambulanten Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und nach dem Vorhandensein von Begleiterkrankungen. In der Regel erfolgt die Behandlung zunächst stationär. Es besteht die Möglichkeit, im Anschluss an die stationäre Behandlung die letzte Behandlungsphase im tagesklinischen Rahmen zu absolvieren („Step-down"). Dieser von uns begleitete Transfer Ihrer Therapieerfolge in die Alltagsumgebung hat sich sehr bewährt und erleichtert den Übergang von einer stationären Behandlung zurück in den Alltag.

Poststationäre Gruppe:

Für Patientinnen und Patienten, die nach einer abgeschlossenen Behandlung bei uns noch keinen ambulanten Therapieplatz gefunden haben, bieten wir eine überbrückende poststationäre Gruppe an.

Haben Sie Fragen zu unserem Behandlungsangebot bei Stress- und somatopsychischen Erkrankungen?

Dann nehmen sie einfach Kontakt mit uns auf. Sie können die zuständige Oberärztin Corinna Pfeiffer gerne per E-Mail kontaktieren: corinna.pfeiffer@lvr.de

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